Feldhamsterschutz

Der Verein Stiftung Lebensraum Thüringen e.V. ist der führende Ansprechpartner zum Thema praktischer Feldhamsterschutz auf den Ackerflächen Thüringens.


"ENL-Feldhamsterschutzprojekt in ausgewählten Schwerpunktgebieten (SPG) des Thüringer Beckens I-III"

Wir engagieren uns seit 2017 im ENL-Rahmen ("Entwicklung von Natur und Landschaft") innerhalb des ELER-Fonds ("Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes") mit bisher drei Teilprojekten, bei der Entwicklung sowie Umsetzung artenschutzgerechter und landwirtschaftlich praktikabler Feldhamsterschutzmaßnahmen in der Thüringer Ackerebene, in enger Kooperation mit den zuständigen Fachbehörden und den landwirtschaftlichen Praktikern.

Hierzu können Sie sich gerne unsere bisherigen Veröffentlichungen herunterladen:

 


 

 

Aktuelles Projekt:

ENL-Soforthilfe Feldhamster II

Poster

Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN)
aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
Förderkennzeichen: 2023ENL0016


Ausgangslage

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) ist in Thüringen akut vom Aussterben bedroht. Ursachen für den Rückgang sind intensive Landwirtschaft, frühe Erntezeitpunkte, monotone Fruchtfolgen, Rückgang deckungsreicher Strukturen, zunehmende Trockenphasen und hoher Prädationsdruck.

Thüringen trägt eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser streng geschützten Art, insbesondere auch für die seltene melanistische Farbvariante, die in Teilen des Thüringer Beckens vorkommt.


Projektziel

Das Sofortprogramm verfolgt das Ziel, die verbliebenen Feldhamsterpopulationen im westlichen Thüringer Becken:

  • kurzfristig zu stabilisieren,

  • mittel- bis langfristig zu vernetzen,

  • und nachhaltig in der Agrarlandschaft zu sichern.

Dazu wird ein Maßnahmenpaket umgesetzt, das auf die operativen Erfahrungen und Strukturen des Projekts 2022ENL0032 aufbaut und diese im Rahmen von 2023ENL0016 deutlich erweitert und verstetigt.


Projektgebiet

Das Projektgebiet liegt im zentralen Thüringer Becken und umfasst fünf Schwerpunktgebiete mit bekannten Restpopulationen:

  • SPG 11: Herbsleben

  • SPG 13: Sundhausen

  • SPG 16: Bad Tennstedt

  • SPG 25: Döllstädt–Großfahner

  • SPG 26: Dachwig–Walschleben


Zentrale Maßnahmen (2023ENL0016)

Die Stiftung Lebensraum Thüringen e. V. setzt folgende Maßnahmen um:

1. Kernflächenmanagement

  • Etablierung von 25 priorisierten Kernflächen (5–15 ha) mit feldhamstergerechter Bewirtschaftung

  • Auswahl der Flächen auf Basis der Kartierungen aus Projekt 2022ENL0032

  • keine Flächenrotation, langfristige Nutzung gesichert

2. Flankierende Maßnahmen im 1-km-Radius

  • gezielte Umsetzung von Stoppelbrache mit Nacherntestreifen (F1), Feldhamsterparzellen (F2), rotierenden Blühstreifen und GLÖZ-8-Brachen (F3)

  • Ziel: funktionale Erweiterung der Aktionsräume

  • bis zu 800 ha flankierende Maßnahmenfläche geplant

3. Biotopvernetzung

  • Streifenförmige Vernetzungsflächen (≥10 m, ideal 25 m Breite) zur Verbindung einzelner Teilpopulationen

  • gezielte Ansprache landwirtschaftlicher Betriebe zur Nutzung von GLÖZ-8-Brachen mit angepasster Saatgutmischung

4. Prädationsschutz

  • Einsatz von AIHTS-konformen Kastenfallen gegen bodenlebende Prädatoren (v. a. Fuchs) in Kooperation mit Jagdpächtern

  • Ausbau des Fallennetzes auf zusätzliche Kooperationsgebiete mit Natura 2000-Stationen

5. Nahrungs- und Wasserversorgung bei extremer Trockenheit

  • Einrichtung kombinierter Futter- und Wasserstationen nach dem Vorbild der Niederwildhege

  • flexible Standortwahl zur Minimierung von Prädationsrisiken

6. Fachberatung und Kooperation mit Landwirtschaft

  • Fortführung der Beratungsarbeit aus Projekt 2022ENL0032

  • individuelle Betreuung zur Umsetzung feldhamstergerechter Bewirtschaftung (z. B. im Rahmen von KULAP oder GLÖZ-8)

  • Monitoringbasierte Anpassung und Evaluation der Maßnahmen


Monitoring und Erfolgskontrolle

  • jährliche Kartierungen auf allen Maßnahmenflächen außerhalb KULAP F1–F3

  • Zielgröße: mind. 10 Sommerbaue pro ha auf Kernflächen

  • Einmeldung aller Nachweisdaten in das Fachinformationssystem Naturschutz (FIS) bis spätestens 31.12. jeden Jahres

  • ergänzende Erfassung von Offenlandarten wie Rebhuhn möglich


Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt in enger Abstimmung mit der Stiftung Naturschutz Thüringen, die die zentrale Projektkoordination übernimmt. Ziel ist es, die Relevanz des Feldhamsters als Leitart der Agrarlandschaft öffentlich sichtbar zu machen und die Akzeptanz für naturschutzorientierte Landwirtschaft zu fördern.


Projektlaufzeit

01.11.2023 – 31.12.2026
Förderkennzeichen: 2023ENL0016
Aufbauend auf: Projekt 2022ENL0032


Hinweis gemäß Fördervorgaben

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kofinanziert durch den Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN), im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR Thüringen).

ELER-Logo
Thüringenlogo

 

Ansprechpartner:

Projektleiter

Herr Alexander Weiß

0361 490 00 56

 

Logo_Natura_Sonderaufgabe_FH

Natura 2000 "Sonderaufgabe Feldhamsterschutz"

Des Weiteren sind wir Träger der Natura 2000 "Sonderaufgabe Feldhamsterschutz", die sich mit der jeglicher Beratung von Feldhamsterschutz, Projektkonzipierung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung unter den Akteuren des Naturschutzes sowie der Landwirtschaft auseinander setzt.

 

Gefördert wird diese Stelle über die Natura 2000- Förderung des Thüringer Umweltministeriums (TMUEN).

 

Projektmitarbeiter: 

René Sollmann