HORDE-1 – Sensorbasierte Erfassung von Feldhamster- und Feldmausbauen
„Sensorbasierte Detektion von Lochstrukturen von Feldhamstern und Feldmäusen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen“
Die Erfassung von Feldhamster- und Feldmausbauen liefert wichtige Grundlagen für den Artenschutz und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Während die Kenntnis von Feldhamstervorkommen eine gezielte Umsetzung von Schutzmaßnahmen ermöglicht, unterstützt die Erfassung von Feldmausbauen die frühzeitige Einschätzung des Befallsdrucks. Bisherige terrestrische Kartierungen sind jedoch zeit- und personalintensiv und nur innerhalb geeigneter Zeitfenster durchführbar.
Das Vorprojekt HORDE-1 – „HOles of Rodents DEtection“ untersucht, inwiefern geeignete Sensoren an landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen zur automatisierten Erfassung von Baueingängen eingesetzt werden können. Die Datenerhebung soll perspektivisch mit regulären Bewirtschaftungsvorgängen verbunden werden und dadurch zusätzlichen Erfassungsaufwand reduzieren.
Ziele des Projekts
Prüfung der technischen Machbarkeit einer sensorbasierten Erfassung von Feldhamster- und Feldmausbauen.
Identifizierung geeigneter Sensoren, landwirtschaftlicher Maschinen und Erfassungszeitpunkte.
Untersuchung der Integration der Erfassungstechnik in reguläre Bewirtschaftungsvorgänge.
Vorbereitung einer KI-gestützten Auswertung mit lagegenauer Kartierung der erkannten Strukturen.
Schaffung einer Grundlage für ein weiterführendes Innovationsprojekt.
Ausgangslage und bisherige Erkenntnisse
Das Vorhaben baut auf dem EIP-AGRI-Projekt „CRIFORA“ mit einer Laufzeit von 2022 bis 2024 auf. In diesem wurden Verfahren zur Erkennung von Feldhamster- und Feldmausbauen anhand von Drohnenaufnahmen untersucht. Hierzu wurden KI-Modelle zur Objekterkennung trainiert und ein Verfahren zur automatisierten Verarbeitung und georeferenzierten Ausgabe der erkannten Strukturen entwickelt.
HORDE-1 greift diese Erkenntnisse auf und prüft die Übertragbarkeit auf eine maschinengebundene Datenerfassung. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich die Aufnahme geeigneter Sensordaten unmittelbar in landwirtschaftliche Arbeitsgänge wie Aussaat, Pflege oder Ernte integrieren lässt.
Ablauf und Methodik
Im Rahmen einer Machbarkeitsanalyse werden zunächst die betrieblichen und technischen Voraussetzungen untersucht. Dazu gehören die Ausstattung landwirtschaftlicher Betriebe, geeignete Maschinen und Schnittstellen sowie Anforderungen an Energieversorgung, Datenübertragung und Erschütterungstoleranz.
Anschließend sollen unterschiedliche Sensortechnologien auf ihre Eignung geprüft werden. Vorgesehen ist die Betrachtung von RGB-Kameras, LiDAR-Systemen zur Erfassung von Oberflächenstrukturen sowie multispektralen und thermischen Sensoren. Erste Tests sollen Aufschluss über die Erkennbarkeit der Baueingänge und die praktische Einsetzbarkeit der Technik geben.
Ergänzend sind die prototypische Entwicklung eines Sensormoduls und die Vorbereitung einer automatisierten Datenauswertung vorgesehen. Die erfassten Strukturen sollen perspektivisch mithilfe KI-basierter Verfahren erkannt und als georeferenzierte Punktdaten ausgegeben werden.
Bedeutung für Naturschutz und Landwirtschaft
Eine praxistaugliche Erfassungsmethode könnte dazu beitragen, Feldhamstervorkommen mit geringerem Aufwand zu lokalisieren und Schutzmaßnahmen gezielter umzusetzen. Auch die Erfolgskontrolle von Maßnahmen könnte durch eine verbesserte Datengrundlage unterstützt werden.
Gleichzeitig bietet die frühzeitige Erfassung von Feldmausvorkommen die Möglichkeit, Befallsschwerpunkte besser einzuschätzen und notwendige Maßnahmen räumlich gezielter zu planen. Die Berücksichtigung gleichzeitig vorkommender Feldhamster ist dabei von besonderer Bedeutung.
Das Vorprojekt soll klären, unter welchen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen ein solches Verfahren umsetzbar ist. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung eines praxistauglichen Erfassungs- und Auswertungssystems.
Projektpartner
Stiftung Lebensraum Thüringen e. V.
Umwelt- und Geodaten-Management GbR (UMGEODAT)
Landschaftspflegeverband „Grüne Umwelt“ e. V.
Projektkoordination: René Sollmann, Stiftung Lebensraum Thüringen e. V.
Projektlaufzeit und Förderung
Projektlaufzeit: 16.06.2026 – 31.12.2026
Gesamtausgaben laut Zuwendungsbescheid: 30.645,20 Euro
Bewilligter Zuschuss: bis zu 27.580,68 Euro
Förderkennzeichen: 2026 IFL 0007
Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms „Förderung von Innovationen in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft“ zur Vorbereitung von Innovationsprojekten.
Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Freistaates Thüringen im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023–2027.







